Madu River Safari

Der Madu Ganga ist ein flaches Küstengewässer mit Verbindung zum Meer bei Balapitiya an der Westküste Sri Lankas. Die Lagune ist ein geschütztes Feucht-Biotop. Das Ökosystem beherbergt zahlreiche Vögel, Wirbeltiere und mehr als 300 Pflanzenarten.

Es war nun der zweite Morgen, an dem mein Wecker mich um 4:30 weckte. Ich schaute nach draußen und öffnete das Fenster, um zu hören, ob es regnet – heute war es trocken. Am Vortag traf sich unsere kleine Gruppe von 6 Gästen um 5 Uhr in der Lobby. Alle waren pünktlich da – leider ergoss sich genau zu dieser Zeit heftiger Monsunregen mit Blitz und Donner über uns, so dass wir die Tour absagten und die beiden Tuk-Tuks weg schickten.
 Denn die Madu-River-Tour ist so geplant, dass man bei Sonnenaufgang mitten auf den Backwaters ist und die Sonne über den Palmen aufgehen sieht.

Nun sah es gut aus! Wir waren wieder alle pünktlich zur Abfahrt bereit und dann ging es durch die ruhigen Straßen und gerade erwachenden Dörfer des Hinterlandes von Bentota in Richtung Küste. Unser Ziel war Balapitiya, dort mündet der Madu River ins Meer und von dort sollte unsere Tour in die Backwaters starten.

Als wir an dem kleinen Hafen ankamen, dämmerte es schon langsam und wir fuhren unverzüglich mit dem offenen Boot los. Ausgerüstet mit Schirmen (man weiß ja nie), Thermoskanne mit heißem Wasser, Ingwerkeksen und kaltem Wasser konnte nichts mehr schief gehen.

Am Ufer sahen wir ab und zu Fischerboote liegen, durch die dichte Vegetation konnte man aber unmöglich ein Haus oder ein Dorf sehen. Einige wenige Fischer waren mit ihren Holzbooten unterwegs. Wenn unser Motorboot stoppte staunten wir über die Stille und Ruhe dieses Ortes. Die Fischer locken hier nachts mit Licht die Fische an. Dazu verwenden sie offenes Feuer auf Stegen.

In dem See gibt es etwa 90 Inseln, die teilweise bewohnt sind. Das Gewässer ist mit dem Meer verbunden – bei Flut gelangen so Meerwasser und Meerestiere hinein. Unser Kapitän hob bei dieser Erklärung eine Qualle aus dem Wasser.

Manche Inseln beherbergen ganze Dörfer, manche nur einen Tempel.

Die Ufer der Lagune sind dicht, hauptsächlich mit Mangroven, bewachsen, diese bilden sogar manchmal regelrechte Höhlen, die ein Boot befahren kann.

Und dann wurde es heller und wir sahen den Sonnenaufgang. Das ist immer ein schöner Moment.

Nun liefen wir die Insel Koddhuwa, mit dem buddhistischen Tempel Kothduwa Rajamaha Viharaya, an. Die Mönche waren schon fleißig. Wir waren die einzigen Gäste und konnten das Gelände mit Bodhibaum und der großen Buddhastatue und kleineren Schreinen und Figuren in aller Ruhe besichtigen. Der oberste Mönch segnete uns und mit dem Eintrag in das Gästebuch wurde um eine freiwillige Spende gebeten.

Weiter ging es zu einer Zimtplantage. Hier wurden wir am Anlegesteg begrüßt und zu einer kleinen offenen Hütte geführt. Der nette junge Mann erklärte und zeigte uns, wie die Äste des Zimtbaums für die verschiedenen Endprodukte bearbeitet werden. Er zeigte auch, wie ein Palmenblatt für die Dacheindeckung geflochten wird und wie Seil aus Kokosnussfasern hergestellt wird. Wir bekamen ein Glas Zimt-Tee zum probieren und konnten sodann Zimtstangen, Zimtöl und Zimtpulver kaufen.

Besuch der Zimtplantage
Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/_fmROCZqQ5I

Nachdem wir uns reichlich eingedeckt hatten, tuckerten wir weiter zurück in Richtung Balapitiya und kamen noch an einem auf dem See schwimmenden Fisch-Spa vorbei. Unser Guide fragte, wer Lust hat, sich die Füße von den Thilapiya-, Doctor- oder Moçambique Fischen sauber knabbern zu lassen. Nun, ich ich wollte das gerne probieren und letztendlich haben es fast alle gemacht. Wir konnten sogar zwischen verschieden großen Fischen wählen, die in den verschiedenen Becken getrennt gehalten werden.

Inzwischen war es ein strahlend schöner Tag geworden, die Sonne brannte schon ein wenig und wir setzten unsere Rückfahrt fort. Unser früher Start war eine gute Entscheidung. Wir konnten die Ruhe genießen und haben auch einige Tiere beobachten können: Affen, Eisvögel, Reiher, Caimane, Flughunde und die riesigen Eichhörnchen auf der Tempelinsel.

Diese Tour ist gut organisiert und wenn man sehr früh startet ist man quasi allein mit den Fischern und der Natur.

Der Preis der Tour (Schiff mit Kapitän, der gleichzeitig Guide ist, ca. 2,5 Stunden) für 6 Personen betrug 3000 LKR. Die Zimtprodukte, Fisch-Spa, Spenden und Trinkgelder gingen extra, ebenso wie die Hin- und Rückfahrt vom Hotel per Tuk Tuk.