Mosambik Impressionen

Im Anschluss an eine Safari in Südafrika habe ich eine Woche in Vilankulo an der Küste des Bazaruto Archipels in Mosambik verbracht. 

Mosambik Vilalankulo

Glücklicherweise sind die Flugverbindungen in Südafrika sehr gut, so dass ich nach der letzten Morgensafari vom kleinen Flughafen Hoedspruit am Krügerpark nach Johannesburg flog. Ich hatte ein Taxi vom Flughafen zu meinem Hotel in Sandton vorgebucht und verbrachte den Nachmittag im Sandton City Center. Im Hotel (Radisson Blu Gautrain Hotel Sandton Johannesburg) genoss ich ein hervorragendes Abendessen und konnte ausschlafen, bevor ich am nächsten Morgen wieder zum Flughafen gefahren wurde und dann mit LAM (Linhas Aéreas de Moçambique) in einer kleineren Propellermaschine nach Mosambik flog. Es war ein ältere Maschine, aber der Service war gut und ich hatte viel Platz, weil der Flug nicht ausgebucht war. Ein Zwischenstopp wurde in Inhambane eingelgt, wo alle Passagiere das Flugzeug verlassen und in der Wartehalle warten mussten, bis alle Fluggäste, die nach Inhambane wollten durch die Kontrollen „eingereist“ waren. Anschließend erledigten die Ausreisenden die Zollformalitäten und wir wurden dann alle zusammen ins Flugzeug geschickt, für die 2. Etappe nach Vilankulo.

In Vilankulo gingen die Einreiseformalitäten für mich schnell, da ich mein Visum schon in Deutschland (obligatorisch!) von der Botschaft in Berlin bekommen hatte. Meine Abholerin erwartete mich schon.

Vilankulo ist eine Stadt mit rund 40.000 Einwohnern an der Küste des Bazaruto Archipels. Die Menschen leben hauptsächlich von Fischfang und Landwirtschaft und das Leben ist noch relativ gemächlich. Der Tourismus blüht langsam auf. Erst seit 2015 ist Mosambik offiziell frei von Landminen und es strömen mehr Besucher ins Land. Nicht zuletzt aufgrund ausländischer Investitionen wächst die touristische Infrastruktur. Mosambik ist eines der ärmsten Länder der Welt und das sieht man auch überall. Die Menschen, denen ich begegnete waren alle sehr freundlich und neugierig.

Ein landschaftliches Highlight ist der vor der Küste liegende Bazaruto Archipel. Bekannt als Tauchspot und für die wunderschönen Inseln, liegt dieses Paradies doch abseits der ausgetretenen Pfade und ist noch so etwas wie ein Geheimtipp. Ich konnte an einer Tagestour mit einem traditionellen Holz-Segelboot, einer Dhow, teilnehmen, inklusive Grillen auf Holzkohle auf dem Boot, Schnorcheln am Riff und Besteigung einer Düne. Davon berichte ich demnächst hier: Dhau-Tour zum Bazaruto Archipel >>

Mosambik Bazaruto

Nicht weit von Vilankulo befindet sich eine weitere Naturschönheit – die Govuro Wetlands and Waterways. Diese habe ich bei einer geführten Kanu Tour kennengelernt. Hier kannst du weiterlesen: Govuro Wetlands Kanutour >>

Mosambik Govuro Waterways

Der Strand in der großen Bucht von Vilankulo ist (noch) überaus ruhig und sicher. Oft war ich alleine am Strand, erst in der Ferne waren andere Menschen zu sehen.

Die wenigen Strandverkäufer sind nicht aufdringlich, sie haben schönes Kunsthandwerk und freuen sich sehr über einen kleinen Einkauf. Ich habe die Jungs (alle Teenager) gefragt, warum sie nicht zur Schule gehen. Sie sagten, dass in 2 Schichten unterrichtet wird und die älteren Schüler erst nachmittags in die Schule gehen. Der Grund dafür ist, dass es in der Schule nicht genug Platz für alle gibt und morgens die jüngeren Schüler bei Tageslicht unterwegs sein können, während die Älteren nach der 2. Schicht schon in die Dunkelheit geraten. Es wird nämlich schon kurz nach 17 Uhr dämmerig und dann auch innerhalb von Minuten dunkel.

Der Tidenhub in dieser Region führt dazu, dass die Bucht bei Ebbe sehr niedrigen Wasserstand hat und sogar weitgehend trocken fällt. Das ist die Zeit wenn die Netze ausgelegt oder eingeholt werden. Das ist die Gelegenheit einen Fang zu machen für die Einheimischen ohne Boot, die dann alleine oder in Teams im seichten Wasser auf Jagd gehen. Einige der Fischerboote sehen nicht gerade seetüchtig aus, oft müssen die Fischer erst einmal Wasser heraus schöpfen, bevor sie ausfahren. Die Kinder und Jugendlichen nutzen den breiten Strand derweil zum Fußball spielen. Dann ist es lebhafter in der Bucht.

Es gibt auch eine Kitesurf-Schule, denn es ist ein perfektes Revier in der flachen Bucht mit Schutz vor zu hohen Wellen durch die vorgelagerten Inseln und konstanten Winden.

Ich buchte noch eine „Village Tour“ mit einem kundigen einheimischen Führer, der mich mit einem Tuktuk abholte, mir die Stadt zeigte, meine Fragen geduldig beantwortete und mich dann zum Markt begleitete. Dort half er mir bei Preisverhandlungen, führte mich wie gewünscht zu Stoffhändlern und zu einem Schneider, dem ich einen Auftrag und den soeben dafür erworbenen Stoff gab. Am Stoffstand seiner Schwester schauten wir natürlich auch vorbei. Ich liebe die bunten afrikanischen Stoffe und habe noch einen anderen Schneider gefunden, der seine Produkte und schönes Kunsthandwerk in seinem Shop an der Hauptstraße verkauft. Aus der Village Tour wurde so auch eine Shopping-Tour 🙂

Beide Schneider waren absolut zuverlässig. Die gute alte Singer Nähmaschine tut auch hier noch ihren Dienst. Die fertigen Teile wurden wie vereinbart zu mir ins Hotel geliefert und eine kleine Änderung wurde kostenlos und schnell ausgeführt.

Die eine Woche ging viel zu schnell vorbei, gerne hätte ich mir noch mehr angesehen. Sobald ich im Flugzeug saß, fing es an wie aus Eimern zu schütten – der lang ersehnte Regen setzte endlich ein. Innerhalb von Minuten nach dem Start sah ich die bereits überfluteten Straßen von oben.

Mosambik von oben

Durch die dicken tropischen Regenwolken war der Flug auch ein wenig wackelig, aber mit nur ganz wenig Verspätung kamen wir in Johannesburg an, von wo ich noch am selben Abend den Heimflug nach Deutschland antrat. Eine kleine Überraschung war, dass die Lufthansa wieder einmal bestreikt wurde und deshalb mein schon lange gebuchter Sitz bei South African Airways nun nicht mehr verfügbar sein sollte, um Lufthansa Passagiere aufzunehmen !?. Ich gab jedoch nicht so schnell auf und bestand auf meinen Platz, den ich nach einigem Hin und Her dann auch per Boarding Pass bestätigt bekam.

Ich fand die Kombination mit Busch & Beach für mich perfekt. Ich habe alle Komponenten selbst zusammengestellt und gebucht und war glücklich mit meiner Wahl. Als Alleinreisende habe ich darauf geachtet, dass alles im voraus organisiert und gebucht war, so dass ich nicht irgendwo unterwegs verloren gehe oder strande. Das hat alles prima funktioniert und ich kann es kaum erwarten, die nächste Reise nach Afrika zu planen und ins Flugzeug zu steigen!

Erlebnisse in der Natur, Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten, Meer und Strandspaziergänge, hervorragendes Essen und freundliche Menschen, auf kleinen Touren Neues sehen – das sind die Zutaten die ich im Urlaub liebe. In Mosambik habe ich alles gefunden 🙂

Video von Vilanculos Canoe Trails Govuro Waterways Mozambique
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Video-Link: //www.youtube.com/watch?v=YxhKqM5ikjY

Kanutour über: //www.southeastafricasafaris.com

Dhow Tour mit: //www.sailaway.co.za